Fragments of Solidarity: Ethics, Evidence, and Echoes of Resistance

On the fragility of images, the risks of testimony, and the ethics of visibility.

Paneltalk 28.05.2025 6.p.m

Location frontviews at HAUNT, Kluckstraße 23 A / Yard, 10785 Berlin

 

As part of the exhibition Third Space, this public discussion brings together artists and researchers working at the intersection of activism and representation to reflect on the challenges of engaging with testimonies — visual, verbal, and mediated — that emerge from contentious collective actions. We will explore how materials can serve as powerful tools of solidarity, but also how they risk being detached from their original contexts, misread, instrumentalized, or weaponized to discredit the very movements they represent. What responsibilities arise when reworking or curating fragments of protest into artistic or academic projects? How can we navigate the tensions between amplification and appropriation, between documentation and exposure? What ethical frameworks can guide us when working with vulnerable materials that may endanger participants or be co-opted for purposes of repression? The discussion seeks to open a „third space“ — between artistic creation and political urgency, between bearing witness and critical distance — where we can rethink the role of visual and verbal testimonies in shaping imaginaries of solidarity. It invites participants to reflect on issues of authorship, consent, narrative framing, visibility, and the evolving meanings of protest media as they travel across platforms, audiences, and political landscapes. Rather than offering fixed answers, the conversation will provide a shared space for grappling with the dilemmas,limits, and possibilities of making resistance visible — and audible — through arts in ways that honour its complexities.

With: Timo Herbst, Rebecca Pokua Korang,Lilian Mauthofer, Jannis Julien Grimm

Jannis Julien Grimm is an interdisciplinary conflict researcher and head of the research group “Radical Spaces” at the Free University of Berlin. In his work, he examines the contested meanings of (non-)violent resistance and the politics of solidarity worldwide and in thew last two years especially in the context of the Gaza Strip.

Lilian Mauthofer is a research assistant in the research group “Radical Spaces” at the Free University of Berlin and wrote, among other things, the article “If Gaza Burns, Berlin Burns – Transregional Solidarity between Appeal, Accountability and Belonging” with Jannis Julian Grimm.

Rebecca Pokua Korang is a multidisciplinary artist and cultural mediator from Berlin. In her work she deals with movement, mixed media and space. Using video, sound and textiles, she constructs multi-layered narratives of identity and history – focusing on Afro-diasporic and intersectional feminist discourses and how memories permeate the personal and collective.

 

Veranstaltung 28.05.2025 18.00 Uhr
Fragmente der Solidarität: Ethics, Evidence, and Echoes of Resistance

Über die Fragilität von Bildern, die Risiken von Zeugenaussagen und die Ethik der Sichtbarkeit.


Im Rahmen der Ausstellung Third Space bringt diese öffentliche Diskussion Künstler und Forscher zusammen, die an der Schnittstelle von Aktivismus und Repräsentation arbeiten, um über die Herausforderungen im Umgang mit – visuellen, verbalen und vermittelten – Zeugnissen nachzudenken, die aus umstrittenen kollektiven Aktionen hervorgehen. Wir werden untersuchen, wie Materialien als mächtige Werkzeuge der Solidarität dienen können, aber auch, wie sie Gefahr laufen, aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst, missverstanden, instrumentalisiert oder als Waffe eingesetzt zu werden, um genau die Bewegungen zu diskreditieren, die sie repräsentieren. Welche Verantwortung entsteht, wenn wir diese Fragmente des Protestes in künstlerischen oder akademischen Projekten neu bearbeiten oder kuratieren? Wie können wir uns im Spannungsfeld zwischen Aneignung, Dokumentation und Bloßstellung bewegen? Welcher ethischen Rahmen kann uns leiten, wenn wir mit gefährdeten Materialien arbeiten, die Teilnehmer gefährden oder zu Repressionszwecken missbraucht werden können? Die Diskussion soll einen „dritten Raum“ eröffnen – zwischen künstlerischem Schaffen und politischer Dringlichkeit, zwischen Zeugnis ablegen und kritischer Distanz -, in dem wir die Rolle visueller und verbaler Zeugnisse bei der Gestaltung von Vorstellungen von Solidarität neu überdenken können. Es lädt die Teilnehmer ein, über Fragen der Urheberschaft, der Zustimmung, des narrativen Rahmens, der Sichtbarkeit und der sich entwickelnden Bedeutungen von Protestmedien nachzudenken, während sie sich über Plattformen, Zielgruppen und politische Landschaften hinweg bewegen. Die Konversation bietet keine fixen Antworten, sondern einen gemeinsamen Raum für die Auseinandersetzung mit den Dilemmata, Grenzen und Möglichkeiten, Widerstand durch Kunst auf eine Art und Weise sichtbar – und hörbar – zu machen, die seine Komplexität würdigt.

Mit: Timo Herbst, Rebecca Pokua Korang, Lilian Mauthofer, Jannis Julien Grimm

Jannis Julien Grimm ist interdisziplinärer Konfliktforscher und Leiter der Forschungsgruppe „Radikale Räume“ an der Freien Universität Berlin. In seiner Arbeit untersucht er die umstrittenen Bedeutungen von (nicht-)gewaltsamem Widerstand und die Politik der Solidarität weltweit und besonders in den letzten zwei Jahren im Kontext des Gazastreifens.

Lilian Mauthofer ist wissenschaftliche Assistentin in der Forschungsgruppe „Radikale Räume“ an der Freien Universität Berlin und schrieb u.a. den Artikel «If Gaza Burns, Berlin Burns – Transregional Solidarity between Appeal, Accountability and Belonging» mit Jannis Julian Grimm. 

Rebecca Pokua Korang ist eine multidisziplinäre Künstlerin und Kulturvermittlerin aus Berlin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Bewegung, gemischten Medien und Raum. Mit Hilfe von Video, Sound und Textilien konstruiert sie vielschichtige Erzählungen über Identität und Geschichte – mit dem Schwerpunkt auf afrodiasporischen und intersektionalen feministischen Diskursen und der Frage, wie Erinnerungen das Persönliche und Kollektive durchdringen.